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In der römisch-griechischen Antike
war Weingenuss sehr verbreitet. Es gab auch schon Jahrhundertweine, die lange Zeit in aller Mund waren, wie zum Beispiel den Falerner aus dem Jahr 121 v. Chr. Noch 200 Jahre danach erwähnt Plinius, dass Amphoren existieren, die allerdings nicht mehr genießbar waren. Man trank den Wein übrigens fast ausschließlich mit Wasser vermischt. Dabei muss man allerdings bedenken, dass der Wein zur Lagerung meist bis zu einer öligen Konsistenz und einem Alkoholgehalt von 20% eingedickt wurde.

Geschmacklich bevorzugte die Antike
überwiegend lieblichen Wein. Von Kaiser Augustus ist allerdings überliefert, dass er den herben Setiner schätzte. Mengenmäßig überwog Rotwein, allerdings waren gerade einige Spitzenweine, wie der bereits erwähnte Falerner, Weißweine. Die Mengen, die getrunken wurden, erscheinen alles andere als mäßig: Selbst die abgelegene, 500 Mann starke britannische Garnison Vindolanda wurde an einem Tag mit 73 modii (= 635 Liter !) beliefert. Ab der Kaiserzeit kamen zunehmend Weinfässer statt Amphoren auf, Wein wurde in Massen produziert, praktisch jeder konnte ihn sich leisten. Selbst Sklaven hatten ein Anrecht auf Wein.

Die Kunst des Weinbaus ging im Mittelalter
nicht unter: Die Klöster waren es zunächst, die den Weinbau, nebst anderer kultureller Überlieferungen aus der Antike, weiter pflegten. Allerdings stand bei alkoholischen Getränken neben dem Genuss ein viel praktischerer Aspekt im Vordergrund: Alkohol tötet Krankheitskeime ab. So ist erwiesen, dass Wein Typhus- und Choleraerreger (die sich über verseuchtes Trinkwasser ausbreiteten) in wenigen Stunden abtötet.

Auch heute noch gilt Wein,
in sinnvollen Mengen getrunken, als der Gesundheit durchaus zuträglich: Er regt die Verdauung an (Magensaftproduktion und Bauchspeicheldrüse). Er veringert die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes. Angeblich soll er sogar gegen Krebs wirken. Soweit die ernste Wissenschaft.

Daneben gibt es auch noch
die "Wissenschaft des Genusses": Der sicherlich nicht leichten Aufgabe, dem Gast gehobener Restaurants bei der Auswahl des optimal zum Essen passenden Weines behilflich zu sein, hat sich ein eingener Berufszweig, der des Sommeliers oder Weinkellners, verschrieben. Erlesener Wein, wie er in guter Qualität nur an wenigen sonnenverwöhnten Lagen wächst, so scheint es, ist des Aufwandes jedenfalls wert!